Das Brandobjekt
Seit dem Bau der Eisenbahn ist der Name Plattling in Eisenbahnkreisen sehr bekannt. Zentral gelegen kreuzen sich hier die Bahnlinien aus Nürnberg, Passau, München und Bayerisch Eisenstein. Einen Großteil des Bahnhofgeländes belegte das Bahnbetriebswerk. Hier wurden die Dampflokomotiven in einem Ringlokschuppen gewartet, repariert und untergestellt. Riesige Kohlehaufen lagerten als Heizmaterial für die Loks auf dem Werksgelände. Eine eigene Wasserversorgung mit zahlreichen Tiefbrunnen sicherte die Wasserversorgung für die Dampfloks. Den Brandschutz stellte eine Bahnwerksfeuerwehr sicher. Die FFW-Plattling hatte bis 1985 jährlich eine Großübung im Bereich des Bundesbahnbetriebsgeländes.
Bei dem Ringlokschuppen handelte es sich um einen halbrunden Bau mit Aussenmauern aus Vollziegelsteinen sowie einer Holzdachkonstruktion mit Bitumenbahnbedachung. Der Lockschuppen bot Platz für 26 Dampflokomotiven. Gebaut wurde er Anfang des 20. Jahrhunderts.
1974 endete die Zeit der Dampflokomotiven, das Bahnbetriebswerk wurde langsam verkleinert und 1985 endgültig aufgegeben. Gleichzeitig wurde die bahneigene Wasserversorgung aufgegeben und die Tiefbrunnen zugeschüttet. Der komplette Brandschutz ging auf die Freiwillige Feuerwehr Plattling über.
1986 wurde die inzwischen baufällige Halle verpachtet, renoviert und als Lagerhalle weiter benutzt.
Zum Brandzeitpunkt waren in der Halle ca. 1000 Tonnen Papierrollen. Der Rest der 4000 qm großen Lagerfläche war bis unter das Dach mit einer speziellen Grillkohle und Holzbriketts gefüllt.
Das Gebäude war von der Südseite her erschlossen. Auf der östlichen Seite befanden sich in ca. 20 Meter Abstand zwei leerstehende ehemalige Verwaltungsgebäude mit EG und 2 OG. Der Zugang von Norden war durch einen Zaun, einer dichten Heckenreihe und 2 Bahngleisen erschwert. Von der Westseite aus konnte das Objekt über eine Nebenstraße ebenfalls angefahren werden. Eine direkte Umfahrt war auch hier durch Sträucherbewuchs nicht möglich.
08.06.2008



