Bayerisch – Schottische Feuerwehrübung
Auf dem Programm Ihres 5 tägigen Aufenthalt in Schottland stand für die Plattlinger Feuerwehrleute nicht nur sightes-seeing. Da es eine Partnerschaft zwischen den Feuerwehren aus Plattling und der group 9 aus den Scottish Borders ist, stand natürlich der Erfahrungs-austausch und einige Besichtigungen von Feuerwehrhäusern bzw. Feuerwehrfahrzeugen incl. Ausrüstung, als ein wichtiger Bestandteil auf dem Besuchprogramm.

Höhepunkt war eine gemeinsame Übung in Melrose, bei der der Löschangriff geübt wurde. Die Fahrzeuge in Schottland fördern mit einem höheren Ausgangsdruck, als hier in Bayern üblich, Wasser in die Schläuche.
Das war eine interessante und ungewohnte Begebenheit für die Plattlinger Wehrmänner. 2 Feuerwehrleute bildeten den Angriffstrupp während 2 andere aus Plattling die Pumpen des Fahrzeugs bedienen durften. Maschinistenausbilder Stephan Stelzl von der Plattlinger Feuerwehr interessierten besonders die technischen Unterschiede der Fahrzeugen aus Schottland und Plattling.
Gerne zeigten die Feuerwehrmänner aus Melrose den Besuchern wie schnell man die Zugleiter vom Fahrzeuge holt und auf 13,5 m auszufahren möglich ist. Eine wirklich eingespielte Truppe. Eine 30 m Leiter wie in Plattling findet man in den Borders nicht. Hier gibt es sehr wenige höhere Gebäude. Bei Bedarf wird die Leiter von der Berufsfeuerwehr in Edinburgh angefordert.
Wie alle Besucher aus Plattling sahen, die Fahrzeuge in Schottland werden sehr effektiv und praktisch ausgestattet. Bei der group 9 sind alle Fahrzeugaufbauten auf einem Scania Fahrgestell.
Die Gruppe stattete während der 5 Tage auch den firestations in Selkirk und Lauder einen Besuch ab. Die Feuerwehrhäuser sind sehr ähnlich in der Bauweise sowie in der Ausstattung, ebenso befindet sich ein Übungsturm auf dem Gelände. So ein Übungsturm wäre auch für die Plattlinger Feuerwehr ein idealer Übungs- und Ausbildungsbestandsteil. Dem vierten Feuerwehrhaus in Galashiels statteten die Feuerwehrleute aus Plattling selbstverständlich auch einen Besuch ab. In diesem Gebäude sind 3 Fahrzeuge von der Berufsfeuerwehr und ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr untergebracht. Die Berufsfeuerwehr arbeitet in 4 Schichten und die Wache so ständig besetzt.
Mit großer Bewunderung stellte man dort ein neues Einsatzfahrzeug, ein 3-Achs Rescue Tender, vor. Die Feuerwehrleute aus Galashiels räumten für die Besucher aus Plattling das komplette Fahrzeug aus und führten die einzelnen Komponenten vor.
An diesem Fahrzeug befindet sich am Heck ein eigener Gabelstapler, mit dem die verschiedenen Behälter vom Fahrzeug gehoben werden können. In der Mannschaftskabine befindet sich eine kleine Leitstelle mit PC mit Zubehör. Man kann von hier aus sofort alle benötigten Daten erhalten bzw, abfragen. Auf dem Fahrzeug sind verschiedene Container untergebracht. So ist der erste mit einer transportablen Löschanlage. Diese Anlage hat 1000 Liter Wasser mit einem 40 Meter Schlauch, arbeitet mit 200 bar Druck und verbraucht nur 15 Liter Wasser in der Minute. Dieser Container wird meistens bei Bränden von Flächen im Gelände eingesetzt. In einem anderen Container ist ein komplettes Rettungszelt , in anderen sind Feuerwehrausrüstungen für Chemieunfälle untergebracht. Auch für die Ausleuchtung ist ein Container vorhanden genauso wie für Atemschutz.
Nicht fehlen darf auf diesem Fahrzeug natürlich auch Container für die Wasserrettung. Ein Schlauchboot mit Außenbordmotor gehört auch zur Standardbeladung des Heavy Rescue Tenders. Zudem ist ein Behälter in dem Kanister mit Dieseltreibstoff bzw. Benzin gelagert sind. Absaug bzw. Belüftungsgeräte sind selbstverständlich auch bei der Beladung zu finden. Begeistert waren die Feuerwehrleute aus Plattling vom Eisrettungssystem. Hier wird einfach mit Druckluft eine Art von Steg aufgeblasen. Dieser kann man in der Länge bis auf 10 Meter ausfahren.
Eine wirklich einfache und sichere Art für die Feuerwehrmänner. Rettungsspreizer, Rettungsschere, Hebekissen für bis zu 11 Tonnen sind fest im Fahrzeug in den Seitenkästen untergebracht. So brachte der Aufenthalt in Schottland neue Erkenntnisse für die Plattlinger Feuerwehrleute in Sachen Feuerwehrtechnik und -ausrüstung.
Das Resümee:
Jeder kann von einer so guten und herzlichen Feuerwehrpartnerschaft wie sie zwischen Plattling und der group 9 besteht nur profitieren und lernen.
Eine lebendige internationale Freundschaft.
Peter Lochmahr
-Schottlandbeauftragter -
